Ländlicher Raum

Ländlicher Raum

Debatten über die Zukunft des ländlichen Raumes sind seit Jahren vor allem mit einem Schlagwort verbunden: dem demografischen Wandel. Meistens wird dieser als Negativszenario dargestellt und die Probleme, die mit den soziodemografischen Veränderungen – rückläufige Bevölkerungszahlen und ein Ansteigen des durchschnittlichen Lebensalters – in den Vordergrund gestellt. Bei uns im ländlichen Raum sprechen wir über den Leerstand von Immobilien, über das Schulsterben oder die Versorgungsangebote beim ÖPNV oder im Bereich Pflege und Gesundheit. Es ist keine Frage, dass die Politik sich des Themas annehmen und auf schwierige Fragen Antworten finden muss. Beispiele sind innovative Konzepte wie „Jung kauft Alt“, Anruf-Bus-Systeme im ÖPNV oder zusätzliche Leistungsanreize für Ärzte, sich im ländlichen Raum niederzulassen.

Jedoch sollten auch die positiven Aspekte des Themas stärker herausgekehrt werden: Jedem Wandel wohnt auch eine Chance inne, neue Wege zu gehen und überkommene Strukturen aufzubrechen. Ein Beispiel ist der Umbau der Schullandschaft im Bereich der Sekundarstufe, die mit der verstärkten Einrichtung von integrierten Schulsystemen mehr Chancengleichheit – unabhängig von der sozialen und ethnischen Herkunft der Kinder – ermöglicht.

Ein wichtiger Ansatz für die Zukunft des ländlichen Raumes lautet: Stärken stark machen. Dazu einige Beispiele: Das überdurchschnittliche ehrenamtliche Engagement in unseren Dörfern und Städten ist ein Seismograph für die Lebensqualität, die dort besonders hoch ist, wo Menschen zusammenhalten und sich für die Gesellschaft einsetzen. Diesen Trumpf müssen wir erhalten, zum Beispiel durch eine ausgeprägte Anerkennungskultur.

Ein anderer Aspekt, der besondere Unterstützung verdient, ist die Vermarktung lokaler und regionaler Produkte, die eine hohe Qualität aufweisen und – insbesondere bei Lebensmitteln – nachhaltig und unter Berücksichtigung ökologischer Kriterien erzeugt werden.

Ein weiteres Beispiel für die Stärke: Wohnen! Wohnen in angemessener Qualität, egal ob Miete oder Eigentum, ist bei uns bezahlbar. Die meisten Menschen wohnen hier auf deutlich großzügigerem Raum als es in großen Städten der Fall ist. Und auch für Kinder hat das Aufwachsen auf dem Land viele Vorteile. Natürlich lässt sich das Thema Arbeitsplätze nicht wegdiskutieren, aber die weiter zunehmenden zeitlich und örtlich flexiblen Arbeitsmodelle bieten auch für den ländlichen Raum eine Chance. Derartige Arbeitsmodelle unterstreichen die Wichtigkeit eines anderen Themas, das für die Zukunft des ländlichen Raumes essentiell ist: eine qualitativ hochwertige Breitbandversorgung, da insbesondere örtlich flexible Modelle meist eng an das Internet gekoppelt sind. Im Grundgesetz ist verankert, dass die Politik für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilen unseres Landes sorgen muss. Das gilt beim Breitbandnetz ganz besonders, weil der ländliche Raum auf diesem Gebiet durch die Mechanismen des Marktes – für die Anbieter ist die Versorgung des Ballungsraums lukrativer – abgehängt würde.

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